Snowboard-Lexikon

Du bist Neu-Snowboarder und brauchst Hilfe bei den vielzähligen Begriffen? Nachfolgend findest Du das Wichtigste, was man braucht um ein guter Boarder zu sein und mitreden zu können.


 

180, 360, 540, 720, 900, 1080: Grad der Drehungen in der Luft bei Sprüngen, die ein Weiterfahren ermöglichen, anders als etwa ein 90 oder 270.

 

Air: Hierbei handelt es sich schlicht um das englische Wort für einen Sprung. Anfänger, die niedriger als 20 Zentimeter hoch springen, sollten vielleicht lieber das deutsche Wort „Hüpfer“ benutzen.

Gesprungen wird…:

a) über mühsam aus dem Schnee selbstgebaute Schanzen, „Kicker“ genannt

b) in einer Halfpipe, eine u-förmige Schanze, in der man statt nur einmal zu springen mehrfach hin- und herfahren kann (s.u.)

c) über natürliche Hindernisse, wie etwa Felsvorspünge. Tipp: Landezone vor dem Sprung auf versteckte Felsen prüfen

d) in einem eigens präparierten „Funpark“, also einem abgegrenzten Gelände voller Schanzen und anderen Hindernissen wie etwa Geländerstangen, über die man mit dem Brett rutschen kann (s.u.)

 

Backside: Ist ganz allgemein die Seite, der der Snowboarder den Rücken kehrt. Im Gegenteil zu Frontside, der Seite, der der Snowboarder zugewandt ist.

Es gibt Backside-Airs, Backside-Grabs oder Backside-Turns. Ein „Backside 180°“(-Air) ist etwa ein Sprung mit einer 180-Grad-Backside-Drehung.

Gemeint ist mit „Backside“ eine Drehung mit dem Snowboard um die eigene Achse im Uhrzeigersinn. (Für Goofy-Fahrer entgegen dem Uhrzeigersinn).

 

Backside Turn: Schwung, der über die Backside-Kante ausgefahren wird.

 

Backcountry fahren: Abseits der regulären, also gesicherten Piste. Man sagt auch Freerider (s.u.).

 

Backflip: Ein Rückwärtssalto. Sollte nur der probieren, der im Besitz einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit ausreichend hoher Abdeckung im Schadensfall ist.

 

Bail: Ein (harmloser) Sturz.

 

Bank: Eine Steilkurve.

 

Boardercross: Massenstart, bei dem eine Handvoll Boarder eine Hindernis-Strecke gleichzeitig und gegeneinander befährt.

 

Boardslide: Man „slidet“, zu deutsch „rutscht“, mit seinem board (von: Snowboard) über einen Gegenstand hinweg. Etwa über Treppengeländer am Skilift. Aber dabei geht doch das Brett kaputt, wird Mutti jetzt einwenden. Das stimmt. Aber „cool“ sein und vernünftig sein sind eben zwei meist grundverschiedene Dinge.

 

Bonen: Bei einem Sprung den vorderen Fuß nach vorne strecken.

 

Bonken: Mit dem Snowboard gewollt ein Hinderniss antippen.

 

Canting: Unterlegstück unter der Bindung, um den Standwinkel des Schuhs zu beeinflussen.

 

Carven: Geschnittene Schwünge auf der Kante.

 

Contest: Ein sportlicher Wettkampf, also eine Veranstaltung mit Zuschauern, Preisgeldern und Juroren.

 

Coping: Obere Kante der Halfpipe.

 

Crowd: Die Zuschauer bei Wettbewerben.

 

Cruisen: Schöne Fahrt auf dem Brett im Neuschnee oder auf der Piste.

 

Doublegrab: In der Luft beide Hände kurz ans Board.

 

Downhill: Den Berg hinab…

 

Drehungen/Degrees: Bei einem „Air“ (s.o.) kann man sein Board um 180, 360, 540, 720, 900 oder sogar 1080 Grad drehen. Theoretisch kann man sein Brett auch nur um 90 Grad drehen. Das erschwert die Landung allerdings ungemein.

 

Drop: Einfahrt in eine Halfpipe.

 

Duckstance: Die Winkel, in denen Snowboarder auf ihrem Brett zur Fahrtrichtung stehen, sind variierbar. Bei „Duckstance“ sind beide Füße leicht nach außen gestellt sind, was eben in etwa so aussieht wie eine watschelnde Ente.

 

Edge: Snowboardkante.

 

Fakie: Rückwärtsfahren. Anders als beim Skateboardfahren ist die Grenze von Fakie und Switch (s.u.) verschwimmend.

 

Flat: Jener (flache) Bereich, der zwischen den zwei Halfpipe-Wänden liegt.

 

Flex: Flexibilität von Boards, Boots oder Bindungen.

 

Freerider: Ein Snowboarder (oder Skifahrer) der abseits der Pisten im freien Gelände fährt, auf der Suche nach unberührten Tiefschneehängen. Ein Lawinen-Piepser ist empfehlenswert (vgl. Backcountry fahren).

 

Freestyle: Tricks und Sprünge mit dem Board in der Pipe oder auf der Piste.

 

Freestyler: Das sind die Jungs mit den weiten Baggyhosen und den Softboots (s.u.), die in Halfpipes und über Pipes springen.

 

Frontside: Gegenteil von Backside (s.o.).

 

Funpark: Ein Park zum Spaß haben. Also ein optisch abgesperrter Teil des Hangs, in dem die Liftbetreiber liebevoll große Schanzen und andere Hindernisse für die Freestyler (s.o.) bauen. Funparks sind mittlerweile ein Muss für jedes größere Skigebiet.

 

Gap: Das deutsche Wort dafür wäre „Lücke“. Über „Gaps“ springt man. Etwa: eine Bergstraße. Man springt oberhalb ab und landet unterhalb im Tiefschnee und fährt weiter. Klingt verrückt, ist es.

 

Grab: Variation von Sprüngen. Dabei wird die Hand in der Luft an eine bestimmte Seite des Bretts gehalten. Etwa: Stalefish-Grab, Backside-Grab, Nose-Grab, etc. Grabs sehen, wenn sie gut gemacht sind und lange genug gehalten werden, sehr elegant aus.

 

Goofy: Rechter Fuß vorne, also in Fahrtrichtung, auf dem Snowboard? Dann fahren Sie goofy…

 

Halfpipe: Meist von Hand, also künstlich angelegte, „halbe Röhre“. Halfpipes sind eigentlich zwei eng gegenüber gestellte Quarterpipes, also Schanzen, in denen, nicht über die man springt. Halfpipes erlauben es, in kurzer Zeit hin und her zu fahren und viele Sprünge zu machen. Anders als beim Skateboardfahren sind Snowboard-Halfpipes hangabwärts gebaut, damit die Fahrer Schwung bekommen.

 

Handplant: Handstand, der am Coping gemacht wird.

 

Hardboot: Snowboard-Schuh mit harter Außenschale fürs Alpin-Boarden. (siehe „Softboot“)

 

Heel-Lift: Erhöhung der Fersen bei Plattenbindungen.

 

Highback: Hinterer Teil einer Softbindung, der den Unterschenkel stützt und die Kraft auf die Backside-Kante überträgt.

 

Indie-Air: Trick/Sprung, bei dem man mit der hinteren Hand auf die Backside-Kante greift.

 

Insert: Gewinde im Boardkern, auf die man die Bindung montiert.

 

Inverted: Airs Alle Sprünge, bei denen sich der Kopf weiter unten befindet als das Board. Also „kopfüber“. Schafft auch ein Anfänger – ungewollt.

 

ISF International Snowboard Federation: Der internationale Verband der professionellen Snowboarder. War lange verfeindet mit der FIS, dem Internationalen Dachverband des Skisports.

 

Judge: Punktrichter bei Freestyle-Wettkämpfen. Bewertet die Schwierigkeit des Sprunges, aber auch den „Style“ (s.u.).

 

Kicker: Steile Schanze, die einen möglichst hoch und weit in die Luft katapultiert. Wenn Sie eine Hand voll Snowboarder abseits der Piste eifrig buddeln sehen, bauen die in der Regel einen Kicker.

 

Late: Zu deutsch: Spät, verspätet. Tricks und Sprünge werden absichtlich spät oder erst kurz vor der Landung gemacht. Das ist nicht nur schwieriger, das kann auch sehr elegant aussehen.

 

Leash: Fangriemen. Verhindert, dass das Brett den gesamten Berg ohne dazugehörigen Fahrer hinunterrutscht.

 

Lip: Die obere Kante etwa einer Halfpipe.

 

Lip-Trick: Tricks, die auf oder nahe der Lip durchgeführt werden. Etwa ein Handstand.

 

McTwist: 540-Grad-Salto.

 

Method Air: Trick, bei dem man mit der vorderen Hand auf die Backside-Kante greift.

 

Mute Air: Trick, bei dem man mit der vorderen Hand auf die Frontside-Kante greift (entweder zwischen den Zehen oder vor dem vorderen Fuß).

 

Megapipe: Überdimensionale Halfpipe.

 

Nose: Die Brettspitze.

 

Nosegrab: Ein Griff während des Sprungs an die Brettspitze. Klingt ins Deutsche übersetzt lächerlich: „Nasengriff“.

 

Obstacle: Hindernisse, die sich zum Springen eignen.

 

Ollie: Sprung ohne Schanze, nur durch Abdrücken vom Boden.

 

One-Foot: Man fährt auf eine Schanze zu, wobei nur der hintere Fuß in der Bindung steckt. In der Luft streckt man den nicht festgeschnallten Fuß weg und landet dann wieder mit beiden Füßen auf dem Deck. Nur für sehr fortgeschrittene Snowboarder.

 

Oververt: Überhängende Wand.

 

Plattenbindung: Bindung für Hardboots.

 

Pro: Professioneller Fahrer. Also ein Snowboarder, der für sein Können bezahlt wird. Geld gibt es in der Regel für gute Platzierungen auf Wettbewerben, für spektakuläre Fotos in Fach-Magazinen und für Filmaufnahmen für Firmen-Snowboard-Videos. Wer von seinem Snowboard-Laden um die Ecke 50 Euro im Monat und kostenloses Wachs bekommt, sollte sich nicht gleich „Pro“ nennen. Wer von einer Firma monatlich 5000 Euro bekommt, dazu fünf Boards pro Saison und bergeweise Kleidung, ist hingegen ein „Pro“.

 

Promodel: Ein „Promodel“, also ein eigenes Snowboard mit Schriftzug und eigenem Design, bekommen nur die besten Fahrer.

 

Quarterpipe: Auch hier helfen ein bisschen Mathematik und ein bisschen Englischvokabeln: Eine Quarterpipe ist die Hälfte einer Halfpipe. Also eine Art Schanze, auf der man aber nicht nur abspringt wie beim „Kicker“, sondern in der man auch wieder landet.

 

Raceboards: Snowboards, die schmaler sind als Freestyle-Boards, zudem wird mit einer Art Skibindung und Skistiefeln gefahren. Sind dazu gebaut, möglichst schnell auf präparierten Pisten zu fahren.

 

Rail: Geländer/Eisen-, oder Plastikstange oder -rohr zum darüber Sliden (rutschen).

 

Ramp: Jede Art von Sprungmöglichkeit, ob Kicker, Quarter(-pipe), Halfpipe oder Schanze.

 

Regular: Bindungsposition/Stellung des Snowboarders, bei der der linke Fuß vorne steht. Gegenteil von „goofy“.

 

Schoner: Oft belächelte, bei Stürzen vom Stürzenden schwer vermisste Schutzausrüstung. Es gibt: Handgelenkschoner, Ellbogen- und Knieschoner, Wirbelsäulenschoner, Helme, etc.

 

Shape: Grob gesagt die Form des Snowboards (Länge, Dicke, Breite), auch die Stärke der Taillierung.

 

Slam: Unkontrollierter, heftiger, schmerzhafter, gefährlicher Sturz. Tut weniger weh, wenn man Helm, Wirbelsäulenschutz und andere Schoner trägt.

 

Slide/Sliden: Seitliches Rutschen über ein Rail (kann auch ein liegender Baumstamm sein).

 

Slush: Sulziger Schnee.

 

Softbindung: Bindung für Softboots für Freestylesnowboards.

 

Spin: Drehung bei Sprüngen, etwa 180, 540, 900…

 

Stalefish-Air: Fachmagazine definieren ihn wie folgt: „a frontside aerial trick by which the rider’s rear hand grabs the heel edge behind the rear leg, which is held rigidly straight“. Alles klar, oder?

 

Stance: Abstand zwischen vorderer und hinterer Bindung, also vorderem und hinterem Fuß auf dem Brett.

 

Step-In-Bindung: Selbstschließende Bindung.

 

Softboots: Sehen aus wie normale Schneestiefel. Werden nur für Freestyle-Snowboards benutzt. Da die Füße nicht so extrem fixiert sind wie bei Skistiefeln, ist die Verletzungsgefahr bei missglückten Sprüngen geringer.

 

Tail: Das hintere Ende des Snowboards.

 

Tail-Grab: Griff ans…s.o.

 

Taillierung: Verhältnis zwischen der größten und kleinsten Breite eines Boards.

 

Transition: Übergangsbereich zwischen Flat und Vert in der Halfpipe.

 

Vert: Senkrechter Teil der Halfpipe.

 

Wall: eine von zwei Wänden einer Halfpipe.


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